Tabellarischer Vergleich
(mit freundlicher Genehmigung von Gottfried Michael Rinner, Freilassing, im September 2008 bzw. August 2010)
Anmerkung: Linkadressen mit vorangehendem Pfeil verweisen auf Glossareinträge im angeschlossenen Mitgliederforum
Qi Gong (bzw. Qi Gung)
(sprich: "tschi gung") |
Tai Chi -
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Übersetzung: "→Gung" — "Arbeiten am/mit" |
Übersetzung: "→Tai Chi" — "das Allerhöchste/Letzte ('die letzte Stufe')" |
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= im Westen letzthin modern gewordene "Heilgymnastik", deren Hintergründe auf →TCM ("Traditionelle Chinesische Medizin") zurückgeführt werden |
= viel mehr und umfassender - wie bereits an anderer Stelle erläutert. |
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- nimmt Einzelbewegungen aus den traditionellen Tai Chi (Chuan), dem ursprünglichen "Chi Kung", um den Chi-Fluss oder dessen Anreicherung oder Abbau in bestimmten Körperregionen (Körperteilen, bzw. Organen) zu beeinflussen. |
- die "→Form" — gerade die traditionellen — berücksichtigen immer "→yin und →yang" mit Trennung und Ausgleich im ganzen Körper, ohne "Bevorzugungen" an bestimmten Bereichen (Körperstellen) vorzunehmen. |
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- dies setzt selbstverständlich die genaue Kenntnis der Ursachen, Symptome, Wirkungen und Nebenwirkungen auf den menschlichen Körper und der (regionalen) Beeinflussung voraus, um abschätzen zu können, welche Maßnahme zur Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit angezeigt ist und welche nicht; (d.h. Studium der Traditionellen Chinesischen Medizin - TCM); Anm.: laut chinesischer Literatur könnte auch ein "zuviel" und "falsches" Chi (Qi) am falschen Ort (Körperbereich) "schädlich" sein. |
- aufgrund o.a. braucht bei Tai Chi auf "Indikation" und "Kontraindikation" kein Gedanke verschwendet werden. Man könnte fast sagen, eine (traditionelle) Form beinhaltet immer auch "alle" Qi Gong - Bewegungen für den gesamten Organismus. Wodurch immer "alles" für den eigenen Körper zur Steigerung und Erhaltung des Wohlbefindens und der Gesundheit getan wird. Eine "punktuelle" Beeinflussung bestimmter Körperbereiche und des betreffenden Chi-Flusses ist in der Regel damit gar nicht notwendig. |
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Fazit: Qi Gong stellt den gesundheitlichen Aspekt von TAI CHI-Einzelbewegungen in den Vordergrund. Anwendung, Auswahl und Dauer der Einzelübung sowie Trainingsmodus ist mit Bedacht und Kenntnis der TCM vorzunehmen.
( = "Heilgymnastik" zu bestimmtem Zweck) |
Fazit: Man braucht nicht gleich "Arzt" zu werden, um Gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen. TAI CHI GUNG entspricht der Ganzheitlichen Betätigung eines Menschen, welche Geist, Seele und Körper gleichermaßen trainiert. ( = "Sportart")
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Für Fortgeschrittene:
Qi Gong |
Tai Chi (Chuan) |
| Qi Gong entspringt dem menschlichen Bedürfnis "Macht" auszuüben, die Natur zu beeinflussen und zu kontrollieren. Wechselwirkungen zu ergründen, zu verstehen und diese bewußt zu beeinflussen (Verstärken oder Vermindern) |
Tai Chi entspringt dem Bedürfnis nach "Vereinigung", Einklang mit sich und der Umwelt wieder zu finden, zu vertiefen, zu empfinden; Harmonie zu erreichen und zu erhalten: |
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Prämisse: |
Prämisse: |
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Je bessere Kenntnis und "Beherrschung" der Wechselwirkungen ("Elemente"), desto besser die Einflußnahme, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen. |
Je besser das Verständnis von "TAI CHI" und der "Manifestationen" in "den zehntausenden Dingen" (so bezeichnen die Chinesen den Kosmos, die Natur, den Menschen und Alles, was diese, unsere, Existenzebene ausmacht und enthält), desto besser die Chance, sich diesem Rhythmus "hinzugeben", den natürlichen Rhythmen zu folgen, zu vertrauen und damit in Einklang zu leben und zu handeln. |
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Hauptintention Qi Gong: Veränderung und Einflussnahme auf das Leben und den Körper
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Hauptintention Tai Chi: "leben" und "natürliche" Weiterentwicklung in/mit "→Wu Wei".
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| Grundlagen und "Erklärungsmodell" (das "System") von Qi Gong sind die sogenannten fünf chinesischen "Elemente" - im Grunde ist "Element" ein Übertragungsfehler, welcher sich dennoch im Westen hartnäckig hält - eigentlich: Die fünf Wandlungsphasen ("Wu hsing" oder auch "Wuxing"). |
Grundlagen und "Erklärungsmodell" (das "System") von Tai Chi (Chuan) ist "TAI CHI" mit "yin und yang", den "Mischungsformen" und die "→Ba Gua" (dargestellt auch mit den →Trigrammen), welche (wahrscheinlich) erstmals in der/den Dokumentation(en) |
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Schlussfolgerungen:
5 Wandlungsphasen des Qi Gong ≠ 8 "Kraftwirkungen" (Manifestationen) des Tai Chi (Chuan)
Das heisst auch beispielsweise:
"Feuer" in Qi Gong - UNGLEICH - "Feuer" in Tai Chi !
Beispiel unterschiedliche Betrachtung der Ausprägung von "yin" und "yang":
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In Qi Gong wird (simplifizierend) |
In Tai Chi (Chuan) entspricht: "reines yang" der "Kraftwirkung" "Himmel" (= 3fach yang) und "reines yin" der "Manifestation" "Erde" (= 3fach yin) |
Generell bedeutet dies:
Bewegungen UND Prinzipien von Qi Gong unterscheiden sich
von den Bewegungen UND Prinzipien des Tai Chi (Chuan)!
Berechtigte Frage:
Warum machen viele Tai Chi - Lehrer dann Qi Gong - Übungen vor oder während des Tai Chi -Trainings?
Antwort 1: Weil sie es nicht besser wissen.
oder:
Antwort 2: Weil manche →Schulen/Lehrer sich durch den Einsatz von Qi Gong schnellere und raschere Ergebnisse im Fortschritt bei Tai Chi erhoffen.
Die Problematik dabei:
Da weder die "innere Haltung" (mentale Einstellung, Imagination, ..., "Hintergründe") noch die Ausführungen (Körperstellung, Haltung und Beugung der Extremitäten, Bewegungsfolge und/oder Atemtechnik) ident sind, kann weder "beides" gleichzeitig geübt, noch "beides" zeitgleich perfektioniert werden. Die "Fortschritte" in Tai Chi (Chuan), welche man sich durch - detailliertere - "Vorbereitungsübungen" aus Qi Gong erhofft, werden durch "Vermischung" und "Verwässerung" der Prinzipien zunichte gemacht und verwirren zumeist Anfänger noch mehr, anstelle ihnen zusätzliche eine Hilfe zu sein. Sehr häufig werden auch Qi Gong - Übungen in Tai Chi - Kursen "eingebracht", um über mangelnde Auswahl geeigneter Tai Chi - Übungen (beispielsweise: Danlian) hinwegzutäuschen.
Wichtige Ergänzung hierzu: Es spricht jedoch nichts gegen - klassische Chi Kung - Übungen ( aus dem "→Yangshen" als "Vorbereitung" und Ergänzung der "Aufbauübungen") welche noch "unverfälscht" vom "modernen Qi Gong" sind, da diese den gleichen Prinzipien wie klassisches Tai Chi Chuan folgen.
Um einen für den "Alpenbewohner" verständlichen Vergleich anzustreben: "Entweder man fährt meisterhaft Alpinski in den Bergen - oder man ist Langlaufmeister (im Tal)." - Es ist weder sinnvoll mit Langlaufski eine "schwarze Piste" im Hochgebirge befahren zu wollen, noch mit Alpinski kilometerlange Loipen zu bewältigen. Genauso wird es nur äußerst wenige Schilehrer geben, welche beide Sportarten perfekt beherrschen und auch vermitteln können.



Vgl. Tai Chi zu Qi Gong




